Zwei Germanen auf Marathon-Ausflug im Badnerland

Froh gelaunt, voller Tatendrang und mit neugierig-ungewisser Erwartung machten sich am Morgen des 18. September 2005 zwei Germanen (Mitglieder des TV Germania St. Ilgen) auf ins Badnerland nach Karlsruhe.
Nein, Bernhard Nahm und Hans-Peter Stumpf wollten nicht besonders pünktlich an der falschen Bundestagswahlurne stehen, sie starteten an diesem Tag um 9.00 Uhr ihren ersten Marathon.
Genau 3 Stunden 47 Minuten 50 Sekunden später und um sehr strapaziöse Erfahrungen reicher waren die beiden Marathondebütanten am Ziel.
Dazwischen lagen anfänglich interessante, später anstrengende und zum Schluss an die Grenze des körperlich Erträglichen gehende 42,195 km.
Und die beiden Diljemer Jungs waren ebenfalls um die Binsenweisheit schlauer, dass zwischen Theorie und Praxis hin und wieder erhebliche Lücken klaffen. Denn die zwei Amateurläufer hatten sich in einschlägigen Büchern (Dieter Baumann und andere lassen grüssen) viele Tipps und Tricks angelesen, die Umsetzung im Rennen war jedoch das Andere. Hier ein Beispiel:
Bekanntermaßen soll der so genannte „Mann mit dem Hammer“ (der Punkt des Rennens, an dem plötzlich das Laufen zur Qual wird und jeder Schritt anschließend hart erkämpft werden muss) gegen km 35 auftauchen. Bernhard Nahm und Hans-Peter Stumpf berichten jedoch übereinstimmend entgegen dieser Literaturmeinung von einem Hammer, der schon schleichend bei km 27 seinen Dienst aufnahm, zusehends zum Presslufthammer mutierte und erst wenige Schritte vom Ziel durch die Anfeuerung der Zuschauer seinen Dienst aufgab.
Am Ende des Tages steht jedoch die klare Freude der beiden Läufer über das erreichte Ziel (Marathon unter 4 Stunden) und die sichere Erkenntnis, dass dies nicht ihr letzter Lauf gewesen sein wird.
Wer auf den Geschmack gekommen ist und sich fürs Laufen egal ob  0 oder 42 km interessiert, kann sich zu den Trainingszeiten gerne an den TV Germania wenden.
HPS