Totenehrung TV Germania 2014

Heute stehen wir hier für die Ehrung unserer Verstorbenen und staunen, wie schnell dieses  Jahr verging.  Wenn wir  an den Gräbern stehen bleiben, mit bekannten und unbekannten Namen, erkennen wir, dass  auch immer mehr junge Menschen sterben. Doch ist es uns bewusst, wie unwiederbringlich jede Stunde und jeder Tag ist? Vergeuden wir Zeit oder nutzen wir sie sinnvoll?

Wir und alles um uns herum rennt und hetzt sich ab  und  konzentriert sich ständig  auf alle ankommenden Nachrichten des Handy. Wir sind in Kontakt mit  400 Freunden in aller Welt auf Facebook - doch die um uns herum leben, was ist mit ihnen? Geben wir aufeinander Acht?  Sind wir echte Freunde in guten und schwierigen Tagen? Sind wir behilfliche Nachbarn? Bitten wir um Hilfe, wenn es notwendig ist und helfen wir denen, die uns dringend brauchen?
Wer redet miteinander? Wer hört zu, was der andere wirklich sagt, uns durch die Blume mitteilt. Erkennen wir, weil wir achtsam sind, wem es schlecht geht, wer müde oder traurig aussieht?
Noch wichtiger, loben wir uns, unsere Partner, unsre Kinder,  Kollegen und zeigen gegenseitige Wertschätzung und Respekt ?
Ich denke, wenn wir uns vornehmen, etwas achtsamer mit uns und denen zu sein, die uns wichtig sind, dann ist das in dieser hektischen Welt ein Schritt in die richtige Richtung. 
Wir können nicht von heute auf morgen unser Leben total umkrempeln, aber oft sind es die kleinen Dinge, die uns gut tun und Freude bereiten. Eine duftende Tasse Kaffee oder Tee, einfach mal im Mantel auf der Terrasse trinken. Tief durchatmen und die 5 Minuten genießen – ohne Telefon oder Zeitdruck. Die kleinen Auszeiten bereichern unser Leben und wir finden in ihnen die Kraft für neue Taten.

Und wenn wir mit einem Lächeln durch die Welt gehen, dann bekommen wir ein Lächeln zurück. Viele Menschen freuen sich über ein freundliches „guten Tag“ – auch das ist leider nicht mehr selbstverständlich. 
Auch wir im Verein merken, dass das Miteinander immer wichtiger wird, das miteinander reden, sich treffen und austauschen. Einfach einen festen Termin in der Woche, bei dem man nette Menschen treffen kann. Gerade jetzt in der Winterzeit besonders wichtig. Da wird es ja oft den ganzen Tag nicht richtig hell. 

Wenn jeder sich ein wenig achtsamer durch die Welt bewegt, dann haben wir alle etwas davon. 

Wir gedenken in aller Stille unseren lieben Verstorbenen, ebenso denen die ihre Heimat verlassen müssen, weil dort Krieg herrscht und die auf der Flucht oder im Krieg zu Tode gekommen sind. 

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